In den vergangenen Jahren wurde die Rolle von Vitamin D für die Gesundheit immer intensiver diskutiert: Man stellte fest, dass nördliche Breitengraden, also Regionen, die weiter vom Äquator entfernt liegen, das Auftreten von Autoimmunerkrankungen begünstigen. Auch bei uns in Deutschland untersuchte man Menschen mit auffällig niedrigem Vitamin-D3-Spiegel, vor allem in den Wintermonaten.

Die Sonne ist der Motor allen Lebens

Forscher aus dem Bereich Medizin kamen zu der Erkenntnis, wie wichtig UV-Licht für unsere Gesundheit ist. Ohne Sonne kommt es zu einem Mangel an Vitamin D3, das für die Regulation zahlreicher Prozesse in vielen Körperzellen benötigt wird. Das „Sonnenhormon“ Vitamin D3 senkt das Krebsrisiko, verhindert hohen Blutdruck, schützt vor Diabetes, kräftigt die Muskulatur und fördert das Immunsystem.

Weiterhin fand man heraus, dass ein Vitamin-D3-Mangel durch eine unzureichende Funktion des Immunsystems verursacht wird, also einem Mangel an CD8+T-Zellen, die Viren wie das Ebstein-Barr-Virus (EBV) vernichten, und einem Mangel an regulatorischen T-Zellen, die das immunologische Gleichgewicht stabilisieren.

Der Vitaminexperte Dr. William Grant, verantwortlich für die Abteilung für öffentliche Gesundheit, ist der Auffassung, dass jährlich 30 Prozent der Todesfälle durch Krebs beseitigt würden, wenn man den Vitamin D-Spiegel anheben würde. Dabei könne Vitamin D ca. 3000-30.000 Gene im Körper beeinflussen.
Weitere Ergebnisse bestätigten, dass vor allem bei Patienten mit Herzerkrankungen, Autoimmun-erkrankungen und Depressionen niedrige Vitamin D-Spiegel beobachtet wurden.

Tierversuche ergaben, dass Vitamin D die Entwicklung von Autoimmunprozessen hemmt und dass zwischen einem Vitamin D3-Mangel und einer Autoimmunthyreoiditis ein enger Zusammenhang besteht. Man konnte beobachten, dass Menschen mit einer Autoimmunhyperthyreose (Morbus Basedow) einen deutlich geringeren Serumspiegel von 1,25 (OH)²D³ (Calcitriol, oder Vitamin D³) aufwiesen als Betroffene mit einer Hyperthyreose ohne Autoimmunbeteiligung.

Der Vitaminmangel ist einer der am meisten unterschätzten Mangelzustände in der Gesellschaft

Schätzungen zufolge könnten 85 Prozent der amerikanischen Bevölkerung von einem Vitamin-D3-Mangel betroffen sein. Studien belegen, dass die Dosierung dieser Vitaminpräparate weitaus höher sein sollte als die üblich empfohlene Tagesdosis von 400 IE der WHO. Die Schilddrüsenrezeptoren und das Immunsystem können nur dann optimal funktionieren, wenn der Vitamin-D3-Spiegel mindestens zwischen 60 und 80 ng/ml beträgt. Eine regelmäßige Laboruntersuchung in den Wintermonaten wird empfohlen. Hier ist die Bestimmung von 25-Hydroxyl-Vitamin-D, also 25(OH)D zu bevorzugen.

Wo finden wir wichtige Vitamin-D-Quellen?

Zu den Vitamin-D-Quellen zählen Lebertran, Fisch, Milchprodukte, Eier, Orangensaft und natürlich das natürliche Sonnenlicht. Unsere Gesellschaft bemüht sich sicherlich täglich um den Verzehr reichhaltiger Vitamin-D-Nahrungsmittel. Je weiter wir aber vom Äquator leben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Autoimmunkrankheit zu entwickeln.

Patienten, die an der Autoimmunkrankheit Morbus Basedow leiden, weisen häufig eine veränderte Vitamin-D-Bindung auf. Dagegen stellt man bei Personen mit der Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis vermehrt Auffälligkeiten bei den Vitamin D-Rezeptor-Genen fest. Diese Menschen können das eingenommene Vitamin D nicht in seine aktive Form umwandeln. Darüber hinaus beeinflusst das EBV oder andere Krankheitsviren die Vitamin-D-Rezeptoren, mit der Folge, dass eingenommene Vitamin-D-Präparate wirkungslos werden.

Ihre ärztliche Verordnung: Ein Urlaub im Süden!

Die Untersuchungen an Vitamin D zeigen uns, dass eine entsprechende Versorgung mit dem Sonnenhormon das Risiko für Krebs und weiteren Erkrankungen deutlich reduzieren kann. Durch das zunehmende Wissen um Hautkrebs sowie die Verwendung von üblichen Lichtschutzmitteln, können die Menschen während der Sommermonate nicht mehr ausreichend Vitamin D über die Haut produzieren. Besonders bei Menschen mit dunkler Hautfarbe (Afrikaner) besteht ein enormes Risiko für einen Vitamin D3-Mangel.

Fazit

Der beste Weg, um einen optimalen Vitamin-D3-Spiegel zu erreichen, führt also über Sonnenlicht, sichere Solarien oder ein oral einzunehmendes Vitamin-D3-Präparat. Die besten Nahrungsquellen für Vitamin D sind Wildlachs mit 800 IE pro 100 g sowie Lebertran/Dorschleberöl mit 700 IE pro Teelöffel.

ANMERKUNG:

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass diese Empfehlungen keine Diagnostik oder ärztliche Behandlung ersetzen und auch keine individuellen Gesundheitsaussagen oder Heilversprechen treffen.

Autor: Marion Bunse, Ernährungs- und Gesundheitscoach, Bloggerin

Bildnachweis: Pixabay

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/vitamin-d-gegen-brustkrebs-ia.html

sonnenallianz.spitzen-praevention.com/2018/09/27/tumore-moegen-keine-sonne-krebsschutz-vitamin-d

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