Der Darm ist ein komplexes System und Heimat für ein Großteil des Nerven- & Immunsystems. Das Immunsystem ist die Verteidigungslinie des Körpers, welches mit Angriffen täglich konfrontiert wird. In jeder Grippe-Saison wird unser Immunsystem unter Probe gestellt. Wenn wir das Immunsystem schlecht behandeln, wird es wenig Chancen haben gegen eine Grippe-Infektion und ist gezwungen, sich durch Impfungen im Vorfeld zu schützen oder im Nachhinein viele chemische Bestandteile zum Kampf gegen die Grippe zu nutzen.

Ein Immunsystem kann nur gestärkt werden, wenn wir gesunde und nährstoffreiche Nahrungsmittel zu uns nehmen. Wenn wir unsere Ernährung auf frischem Obst & Gemüse aus natürlichem Anbau aufbauen, stärken wir unser Immunsystem immens. Da jedoch viele Lebensmittel heutzutage mit Pestiziden und Umweltgiften belastet sind, empfiehlt es sich, diese aus dem biologischen Anbau (Bioladen, Biohof o. ä.) zu kaufen. Zusätzlich empfiehlt sich die regelmäßige Einnahme von Probiotika und Mikronährstoffen.

Eine ungewöhnlich hohe Durchlässigkeit des Dünndarms bezeichnet man als Leaky-Gut-Syndrom. Die festen Verbindungen („tight junctions“) des Darmepithels dienen als physische Schranke und regeln die Darmdurchlässigkeit. Wird diese Schranke geschädigt, können Bakterien, Nahrungsmittelbestandteile, körpereigene Antigene und größere Partikel wie Gliadin (Gluten), Kasein oder auch Toxine den Blutkreislauf passieren. Diese werden sozusagen als Fremdsubstanzen vom Immunsystem betrachtet und können im gesamten Körper und Darm Entzündungen verursachen. Die Folge ist ein weiterer Anstieg der Darmdurchlässigkeit, was wiederum zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Autoimmunerkrankungen führen kann, die bei den meisten Patienten mit diversen Medikamenten behandelt werden, die wiederum die Darmflora schädigen und damit den Weg frei für eine chronische Entzündung des Darms machen.

Ursprung für das Leaky Gut Syndrom sind immer Entzündungen. Diese können zu Autoimmunerkrankungen, Müdigkeit oder auch Depressionen führen. Diese Erkrankungen sind in Wechselwirkung mit Leaky Gut nur ein Symptom und nicht die eigentliche Erkrankung an sich. Da diese Symptome jedoch meist als eigenständige Krankheit behandelt werden, wird das Syndrom oft nicht erkannt und die Symptome nur maskiert, aber nicht effektiv behandelt.

Welche Symptome hat Leaky Gut?

Wer erkennt, dass verschiedene Krankheiten im Endeffekt nur Symptome vom Leaky Gut Syndrom sind, kann diese effektiv und ganzheitlich behandeln. Hierbei steht zunächst die Ursachenforschung im Vordergrund. Dabei sollte man die Ursachen der Erkrankung genau dokumentieren. Im Anschluss steht die Eliminierung der Erkrankung. Hierbei werden die Umstände, die das Syndrom ausgelöst haben, behandelt, um das Immunsystem nicht weiter zu schwächen. Der Abschluss der Behandlung sieht einen kompletten Neustart vor. Die Darmflora wird von Grund an neu aufgebaut und das Immunsystem wird komplett regeneriert.

Leaky Gut kann eine Vielzahl an Symptomen auslösen. Das liegt daran, dass der Darm und die Verdauung Einfluss auf fast alle Funktionskreisläufe im Körper haben. Neben Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie Durchfall oder Blähungen, können auch recht unspezifische Symptome ausgelöst werden.

Warnzeichen im Anfangsstadium von Leaky Gut sind:

  • Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen
  • Müdigkeit
  • Kraftlosigkeit
  • Verminderte Leistung
  • Plötzliche Nahrungsmittelallergien

Wer mehrere dieser Symptome bemerkt und keine entsprechende Ursache für das Zusammenspiel dieser entdeckt, sollte eine Leaky Gut Diagnose durchführen.

Das Problem bei den Symptomen ist, dass sie schleichend auftreten. Müdigkeit und Kraftlosigkeit wird mit einem Kaffee ausgeglichen und der Ursprung dafür schnell auf das Wetter geschoben, oder dass es „einfach nicht sein Tag“ ist. Auch eine plötzliche Nahrungsmittelallergie wird von vielen, ohne zu hinterfragen, hingenommen. Wenn die Beschwerden allerdings zu stark sind, werden die Symptome mit Medikamenten meist ein Leben lang behandelt.

Durch die Maskierung der Symptome mit den diversen Medikamenten entsteht eine chronische Entzündung des Darms und die Tight Junctions vergrößern sich weiterhin. Dadurch werden immer mehr Partikel in die Blutbahn geschleust und können so mehrere Brandherde auslösen. Da das Immunsystem bereits auf Vollleistung läuft, kann dadurch eine weitere Infektion bedeutend schwerwiegender ausfallen. Einfache Erkältungen entwickeln sich zu ernstzunehmenden Infektionen, die wiederum mit starken Medikamenten behandelt werden.

Um diesen Teufelskreis der Infektionen zu unterbrechen, muss man die Ursachen in seiner Ernährung & Lebenswandel herausfinden und den Kreislauf am Ursprung angehen.

Die Warnzeichen und Krankheiten, die sich dadurch entwickeln können, sind psychisch und physisch bedingt. Psychische Erkrankungen sind unter anderem:

  • Aufmerksamkeitsschwierigkeiten
  • Alzheimer/Demenz
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Konzentrations- & Entscheidungsschwierigkeiten
  • Benommenheit
  • Lernprobleme
  • Schlafstörungen & chronische Müdigkeit

Die physischen Faktoren beinhalten unter anderem:

  • Allergien
  • Asthma
  • Diabetes
  • Arthritis & Rheuma
  • Haarausfall
  • Hautkrankheiten, wie Akne oder Exzeme
  • Migräne
  • Multiple Sklerose
  • Muskelschmerzen
  • Regelmäßige Nebenhöhlenerkrankungen
  • Parkinson
  • Schilddrüsenprobleme (Hashimoto, Morbus Basedow etc.)
  • Übergewicht
  • Unfruchtbarkeit
  • Generelle Verdauungsprobleme, wie Magenverstimmung, Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen oder Reizdarm

Wer solche schwerwiegenden Beschwerden hat, wird auch schnell mit einer Immunsuppressiven Therapie behandelt. Dabei werden Medikamente wie Kortison, Azathioprin oder auch Methotrexat verabreicht, die das Immunsystem unterdrücken und die Entzündung an sich weiter intensiviert wird.

Im deutschen Gesundheitssystem gibt es für jede Beschwerde einen Spezialisten. Die Verdauungsprobleme werden vom Internisten behandelt, die Depressionen vom Psychologen und die Nebenhöhlenerkrankung vom HNO-Arzt. Schnell muss man viele verschiedene Medikamente einnehmen und die eigentliche Erkrankung ist trotzdem nicht erkannt.

Wer also mehrere dieser oben genannten Symptome hat, sollte sich unbedingt auf das Leaky Gut Syndrom untersuchen lassen. Durch den Blick auf das Gesamtbild des Körpers können so nicht nur Symptome, sondern auch Ursachen behoben werden.

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Welche Ursachen hat Leaky Gut?

Die Ursachen von Leaky Gut haben generell immer mit dem eigenen Lebensstil zu tun. Einen Großteil der Ursachen findet man direkt in der Ernährung. Durch die moderne Lebensmittelherstellung werden fast alle Nahrungsmittel mit künstlich hergestellten Zusätzen versehen, um die Haltbarkeit zu verlängern, das Aussehen zu modifizieren oder einfach nur um einen Geschmack in den Vordergrund zu stellen.

Durch die ganzen Zusatzstoffe wird der Dünndarm speziellen Situationen ausgesetzt, auf die er und die Darmflora im Speziellen nicht entsprechend reagieren können. Allein der Konsum von Gluten kann weitreichende Folgen haben. In Gluten ist Gliadin enthalten, ein Weizen-Protein. Wenn wir dieses aufnehmen, werden Gliadin-Antikörper in der Blutbahn gebildet. Dies führt zu einer molekularen Mimikry, also Mikroorganismen wie Viren und Bakterien tarnen sich, indem sie die Oberflächenstruktur des Wirts nachahmen. Dadurch kann eine Schilddrüsenfehlfunktion entstehen, die auch zum Teil autoimmun auftreten kann, wie bei Hashimoto. Diese Fehlfunktion führt dazu, dass die Dysbiose verstärkt wird, was wiederum zu einer verminderten Nährstoffaufnahme durch den Darm führt. Dadurch verstärkt sich wiederum die Schilddrüsenfehlfunktion und die Dysbiose und das Leaky Gut Syndrom können sich weiter ausbreiten.

Hinzu kommt die Zonulinausschüttung, die durch Gliadin eingeleitet wird und die Bildung des Leaky Gut Syndroms zusätzlich verstärken kann. Zonulin bezeichnet einen Serummarker zur Qualifizierung der Darmpermeabilität, also das Ausmaß der Darmdurchlässigkeit. In dieser Situation ist also Gluten der Auslöser für eine Schilddrüsenfehlfunktion, die durch das Leaky Gut Syndrom entstanden ist. Wenn es sich bei der Schilddrüsenstörung zusätzlich um eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto handelt, zieht dieses viele weitere Beschwerden mit sich, die einzig durch den Konsum von Gluten ausgelöst wurden.

Generell begünstigt die Ernährung in der westlichen Welt eher eine Bildung des Leaky Gut Syndroms. Da die westliche Diät reich an Kohlenhydraten und Fetten ist, führt sie zu einem schlechten Bakterienhaushalt im Darm. Besonders Weizenprodukte und industriell raffinierter Zucker sind ausschlaggebend für die Kohlenhydrate, die man dabei aufnimmt und dies wirkt im Endeffekt wie ein Gift auf den Körper.

Der erhöhte Zuckerkonsum führt unweigerlich zu einer erhöhten Insulinproduktion und hohen Blutzuckerwerten. Dies führt zu Entzündungen, die das Immunsystem schwächen und Leaky Gut begünstigen. Darüber hinaus fördert der übermäßige Zuckerkonsum die Ansammlungen von Hefepilzen wie Candida im Darm. Dieser bewirkt einen Heißhunger auf Zucker und hindert die guten Bakterienstämme daran in der Darmflora zu wachsen. Daraus entstehen weitere Entzündungen in der Darmflora und der Teufelskreis ist geboren.

Doch nicht nur Gluten, Kohlenhydrate oder Zucker können Leaky Gut auslösen. Zu den weiteren Ursachen für einen durchlässigen Darm können Alkohol, Milchprodukte, Eier oder auch Lektine aus Hülsenfrüchten und Nachtschattengewächsen gehören. Hierbei ist es jedoch sehr unterschiedlich, wie stark sich diese auf den Körper auswirken. Da sich der Metabolismus (Stoffwechsel) des einzelnen Menschen stark unterscheidet, ist ein genauer Grenzwert schwer auszumachen. Jedoch führt ein übermäßiger Genuss dieser Lebensmittel in fast allen Fällen zu einer Beeinträchtigung und kann Leaky Gut ebenso auslösen.

Sicherlich haben Sie nun das eine oder andere Krankheitssymptom wiedererkannt? Wir haben gelernt, dass viele Symptome mit dem Darm zusammenhängen. Die Schulmedizin bekämpft meist nur die Symptome mit Medikamenten, hinterfragt aber kaum die Ursachen.

In unserem E-Book-Ratgeber „Leaky Gut Behandlung“, dessen Inhalte auf Expertenberichten beruhen, zeigen wir Ihnen Möglichkeiten und Wege, wie Sie die Symptome lindern bzw. angehen können. 

Anmerkung:

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass alle hier genannten Empfehlungen keine Diagnostik oder ärztliche Behandlung ersetzen und auch keine individuellen Gesundheitsaussagen oder Heilversprechen treffen.

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Dr. Simon Goddek, Heile deinen Darm. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.leakygut.de/

Dr. med. Andre Sommer, Leaky-Gut-Syndrom und Darmbarriere. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.cara.care/de/erkrankungen/unterbauch/leaky-gut/

Markus Breitenberger, Leaky Gut Syndrom / Durchlässiger Darm: Symptome & Behandlung in München. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.praxis-breitenberger.de/medizinische-beratung/leaky-gut-syndrom/

Dr. Boumediene Kada Benotmane, Das Leaky Gut Syndrom (durchlässiger Darm). Abgerufen am 11. Juni 2020, von https://www.infomedizin.de/krankheiten/leaky-gut-syndrom/

Martin Auerswald, M.Sc., Leaky Gut Syndrom von A bis Z. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://autoimmunportal.de/leaky-gut-syndrom/

IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam GbR, Zonulin – ein Serummarker zur Qualifizierung der Darmpermeabilität. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/leaky-gut.html

Izabella Wentz, Dr. Marta Nowosadzka (2019), Hashimoto im Griff: Endlich beschwerdefrei mit der richtigen Behandlung. Warum Hashimoto-Symptome mehr sind als ein Hormonmangel und jede Unterfunktion individuell verschieden ist.

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