Was ist kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist eine Erkrankung, die in erster Linie das Kopfhaar betrifft. Es kann sich in rundlichen, kahlen Stellen bilden, die sich immer weiter ausbreiten können. Im schlimmsten Fall können sogar auch Haare an weiteren Körperstellen, z. B. Augenbrauen, Bart, Beine oder Arme, ausfallen.

Der kreisrunde Haarausfall wird in der Medizinwelt derzeit als Autoimmunerkrankung eingestuft. In Untersuchungen stellte man an den betroffenen Kopfhautstellen Einlagerungen von körpereigenen Abwehrzellen, den sog. zytotoxischen T-Zellen fest, die diese Haarfollikel befallen. Das Immunsystem denkt, dass es sich dabei um körperfremde Gebilde handelt, sodass diese entsprechend bekämpft werden.

Häufig diagnostiziert man beim kreisrunden Haarausfall noch weitere Autoimmunerkrankungen. In über 60 Prozent der Betroffenen treten dann nach einigen Jahren Erscheinungen der Nägel auf wie beispielsweise Längsrillen, Brüchigkeit, usw.

Laut statistischer Gutachten erholen sich bis zu 50 Prozent der Betroffenen im Laufe eines Jahres wieder vollständig von ihrem kreisrunden Haarausfall. Dagegen nimmt er bei bis zu 25 Prozent der Betroffenen bis zum Totalverlust aller Kopf- oder sogar aller Körperhaare zu.

Kreisrunder Haarausfall wird von den meisten Dermatologen überwiegend mit allopathischen Arzneimitteln behandelt, die jedoch mit recht hohen Nebenwirkungen verbunden sind. Mittlerweile kann man kreisrunden Haarausfall durchaus mit speziellen, naturheilkundlichen Therapien sehr gut und nebenwirkungsfrei therapieren.

Welche Arten von Haarausfall gibt es?

Da jede Haarausfallart ihre individuellen Ursachen hat, sollte diese auch ganz individuell therapiert werden.

Nachstehend gliedert sich Haarausfall in vier unterschiedliche Arten:

  1. Erblich bedingter, androgenetisch- oder anlagebedingter Haarausfall
  2. Diffuser Haarausfall
  3. Kreisrunder Haarausfall (Alopezia areata)
  4. Vernarbender Haarausfall
  5. Sonderfall: Haarausfall bei Chemotherapie

Im nachstehenden Kontext wollen wir uns speziell dem „Kreisrunden Haarausfall“ widmen.

Worin liegen die Ursachen des Kreisrunden Haarausfalls?

Warum entsteht eine Autoimmunerkrankung und warum richtet sich der Körper gegen sich selbst? Warum arbeitet die Schilddrüse nicht mehr richtig, sodass eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wird?

Vermutet wird hier ein Ungleichgewicht im Körper. Bestimmte Einflüsse verhindern gesunde Reaktionen des Organismus, führen zu Fehlfunktionen im Darm, unter Umständen sogar zu einem Leaky Gut Syndrom, das die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen beschleunigen könnte. Zu diesen negativen Einwirkungen zählen z. B.

  • eine mineralstoffarme Ernährung,
  • eine überlastete Leber,
  • eine Darmflorastörung bzw. ein kranker Darm,
  • eine fehlende Stressprävention,
  • schlechte Genussmittel (Koffein, Zucker, Zigaretten, Alkohol),
  • mangelnder Schlaf,
  • fehlende frische Luft und Bewegung
  • sowie eine schlechte Haar- und Körperpflege.

Folglich kann es dadurch zu Störungen im Hormon- und Immunsystem und letztendlich auch zu einem Haarausfall kommen.

Welche ganzheitlichen Therapien könnten sich hier anbieten?

Aktuell geht die Wissenschaft beim kreisrunden Haarausfall von einer Autoimmunerkrankung aus, die man vorwiegend symptomatisch behandelt. Zur Bekämpfung der Entzündungswerte kommen Glukokortikoiden, also cortisonhaltige Supplemente in Form von Cremes oder Lösungen, zum Einsatz, die das Immunsystem unterdrücken sollen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Therapie nicht so erfolgsversprechend ist, da Haut und Bindegewebe häufig darunter leiden (Hautatrophie), also diese folglich immer dünner wird. Auch nach Absetzen dieser Präparate bleibt der Heilungserfolg aus. Die Haut kann sich in den allermeisten Fällen nicht mehr richtig zurückbilden und wird anfälliger für weitere Entzündungen. Weiterhin konnte man andere Hauterkrankungen sowie Allergien, wie beispielsweise die Rosazea, eine akneähnliche fleckige Hauterkrankung des Gesichts, beobachten.

Zur Anwendung größerer Herde bedient man sich zumeist der topischen Immuntherapie. In diesem Fall wird der Wirkstoff Diphencypron hoch konzentriert auf die kahlen Stellen aufgetragen. Auch hier soll das Immunsystem wieder überlistet werden, indem man absichtlich eine juckende, schuppende und entzündende Kopfhaut auslöst. Diese Anwendung wird wöchentlich wiederholt.

Bei mehr als die Hälfte der Fälle konnten zwar Erfolge nachgewiesen werden, jedoch hielt der Erfolg meist nicht lange an. Autoimmunerkrankungen können sich sehr tückisch verhalten und meist bleibt es nicht bei einer einzigen Autoimmunerkrankung.

Im Folgenden wollen wir uns näher mit den Ursachen auseinandersetzen. Dabei stellt sich uns die Frage, woran es liegt, dass das Immunsystem irritiert wird?

Die ganzheitliche Medizin geht davon aus, dass kreisrunder Haarausfall aufgrund von Stress oder psychischen Belastungen (z. B. Schocksituation, Trauer, Tod eines Menschen oder Tieres, o. ä.) auftritt. Des Weiteren können spezielle Gifte diese Erkrankung verursachen.

Wie kann man einen Kreisrunden Haarausfall erfolgreich therapieren?

Betroffenen wird geraten, sich einem erfahrenen Psychotherapeuten vorzustellen, um das Problem professionell zu behandeln. Alternativ empfehlen sich regelmäßige Entspannungstechniken (z. B. Achtsamkeitsübungen wie Yoga o. ä.). Weitere Erfahrungsberichte haben gezeigt, dass in den allermeisten Fällen die kreisrunden Stellen wieder zugewachsen sind. Wird eine Psychose nicht erfolgreich auskuriert, kann es passieren, dass der kreisrunde Haarausfall immer wieder und größer auftritt.

Weitere Ursachen des Kreisrunden Haarausfalls

1. Schwermetallbelastung:

Studien zufolge konnte festgehalten werden, dass kreisrunder Haarausfall häufig durch Schwermetallbelastungen verursacht wird. Zahngifte, wie beispielsweise Amalgam, Quecksilber, Palladium etc. könnten dabei mitverantwortlich sein.

In diesem Fall empfiehlt sich bei einer Diagnose eine entsprechende Schwermetallausausleitung mit anschließender Darmsanierung. Hier sollte von einem biologischem Zahnarzt oder Heilpraktiker überprüft werden, ob giftbelastete Zahnfüllungen vorhanden sind. Sollte dies der Fall sein, dann ist die Ausleitung der entsprechenden Gifte die erste Wahl.

Weiterhin konnte man beobachten, dass neben Amalgamfüllungen auch Pestizide, Drogen oder Medikamente zu Vergiftungen des Organismus beitragen und folglich kreisrunden Haarausfall auslösen können. Viele Lebensmittel sind heutzutage mit Pestiziden belastet.

2. Schlechte Ernährung:

Die meisten Menschen setzen heutzutage aus Zeitgründen auf Fertiggerichte, die sehr eiweiß-, zucker- und säurelastig sind. Ebenso verzehrt ein Hauptteil der menschlichen Bevölkerung täglich stark mehl- und glutenhaltige Speisen (z. B. Brot, Nudeln, Kuchen). Nicht jeder reagiert darauf gleich mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, jedoch kann eine Ausheilung der Betroffenen mit kreisrundem Haarausfall erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden.

Wie lässt sich langfristig ein Gleichgewicht des Körpers herstellen?

Ernährungsexperten setzen vor allem auf eine basenüberschüssige Ernährung, die den Körper mit vielen essentiellen Mineralien und Vitalstoffen versorgt, sodass dieser größtenteils vor weiteren Säuren und Schlacken bewahrt wird.

Ganzheitliche Maßnahmen gegen kreisrunden Haarausfall

Nur wenn ein Organismus geschwächt ist, besteht die Gefahr, an kreisrundem Haarausfall zu erkranken. Eine Ursache könnte im Nähr- und Mineralstoffgehalt liegen. Ist dieser im Mangelzustand und tritt zusätzlich noch eine starke Übersäuerung hinzu, dann sind die Vorboten gegeben. In diesem Zusammenhang kann eine basenreiche Ernährung alleine keine Ausscheidung von Giften ermöglichen, noch den Bedarf an wichtigen Nährstoffen unterstützen, da der Darm häufig durch jahrelange schlechte Ernährung in Mitleidenschaft gezogen ist. Nichtsdestotrotz empfiehlt sich hier kurweise die Einnahme hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel, die langfristig den gesamten Organismus entsäuern und remineralisieren können. In der Vergangenheit konnten hier enorme Erfolge beim Haarnachwuchs erzielt werden.

Fazit:

Also ganz gleich, ob es sich bei kreisrundem Haarausfall um eine Vergiftung oder eine Psychose handelt, geht es bei der ganzheitlichen Behandlung darum, den Menschen als Ganzes zu betrachten und dessen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Welche Naturheilmittel eignen sich bei Kreisrundem Haarausfall?

Bewährt haben sich nachstehende ganzheitliche Maßnahmen (siehe z. B. auch unser Buch „Leaky Gut Behandlung und Therapie“):

  • Basische und vitalstoffreiche Ernährung
  • Stärkung der Leber
  • Sanierung der Darmgesundheit
  • Umfassende Stressprävention durch Entspannungstechniken
  • Entsäuerung, Mineralisierung und Behebung von Vitaminmängeln
  • Körperentgiftung
  • Ausreichend Schlaf, frische Luft und viel Bewegung
  • Biologische Körper- und Haarpflegeprodukte
  • Gezielte Nahrungsergänzungsmittel

Naturheilkundliche Mittel werden gegen Haarausfall eingesetzt, um in erster Linie dem Organismus das zurückzugeben, was er benötigt, d. h. wieder in seine Balance zu kommen mit dem Ergebnis, den Haarausfall zu stoppen und den Haarneuwuchs anzuregen. Das Ganze muss also von innen kommen. Zusätzlich können zur Stärkung der Kopfhaut biologische Haarpflegeprodukte wie natürliche Haarwässer, Haartonika oder Haarwuchsmittel angewendet werden.

Probiotika – Revolution bei Kreisrundem Haarausfall?

Viele chronische Erkrankungen entstehen durch eine schlechte Darmgesundheit und eine kranke Darmflora (Dysbiose). Durch schlechte Essgewohnheiten, Medikamente, Stress oder schädliche Umwelteinflüsse wird unser Darm ständig überlastet und kann dadurch weniger Nährstoffe an die Haarwurzeln weiterleiten.
Probiotika bestehen aus für den Menschen nützlichen Bakterien, die entzündungshemmend und entgiftend wirken, schädliche Bakterien verdrängen, das Immunsystem stärken und Stressreaktionen verringern können. Zusätzlich kann sich die Darmschleimhaut zurückbilden. Daher empfiehlt sich eine Behandlung mit Probiotika. Einige Studien an Mäusen lassen darauf schließen. An jenen Mäusen, bei denen probiotische Bakterien verabreicht wurden, ließen sich im Vergleich zu den nicht behandelten Tieren ein guter Haarwuchs sowie ein glänzendes Fell beobachten. Weiterhin konnte man eine Art Verjüngungseffekt bei den Mäusen feststellen, die Probiotika bekamen.

Eine placebokontrollierte Doppelblind-Studie von 2013 an über 120 Testkandidaten zeigte, dass allein die Gabe eines Probiotikums (mit L. reuteri) über 9 Wochen lang den Vitamin-D-Spiegel um 25 Prozent steigern konnte. Wie man inzwischen weiß, erweist sich ein gesunder Vitamin-D-Spiegel als enorm wichtig für das Haarwachstum.

Unser ganzheitlicher Therapievorschlag:

Wie wir inzwischen wissen, können Mineralstoffmängel den Körper schwächen und somit unsere Haarstruktur beeinträchtigen, sodass es zum kreisrundem Haarausfall führen kann.
Vor allem die Haarfollikel sind besonders stark auf eine ausreichende Nährstoff- und Vitalstoffzufuhr angewiesen.

Vor jeder Behandlung sollte daher mit einem Arzt oder Heilpraktiker mittels Laboruntersuchung diagnostiziert werden, welche Vitamine und Mineralstoffe im Körper fehlen, damit diese gezielt zugeführt werden können. Nimmt man einfach wahllos Mineralien ein, läuft man Gefahr, dass die darin vorhandenen Dosierungen nicht ausreichen, um einen möglichen Mangel auszugleichen. Die meisten handelsüblichen Drogerie-Präparate sind viel zu niedrig dosiert.

Zur besseren Übersicht noch einmal alle Mittel, die sich gegen kreisrunden Haarausfall anbieten:

  1. Ernährungsumstellung auf eine gesunde vitalstoffreiche und basenüberschüssige Ernährung (z. B. Paleo-Ernährung oder unser Buch „Leben und Kochen mit Hashimoto„, die sich ebenso erfolgreich auf alle Autoimmunerkrankungen anwenden lässt).
  2. Einnahme von Probiotika
  3. Auffüllen von Vitaminen und Vitalstoffen (vorab sollten Sie bitte abklären lassen, wo evtl. Mängel vorliegen)
  4. Auffüllen eines evtl. Eisenmangels (Ferritin) z. B. in Form von Infusionen oder gut verträgliche, rein pflanzliche Eisenpräparate. Viele dieser natürlichen Eisenpräparate enthalten Vitamin C, welches die Eisenaufnahme fördern kann. Zusätzlich können Vitamin-C-Präparate oder auch
    L-Lysin-Kapseln eingenommen werden, die ebenfalls die Eisenverwertung verbessern.
  5. Abklären eines evtl. Zinkmangels. Hier empfiehlt sich ein gut chelatiertes Zink oder ein Picolinat, da es leicht bioverfügbar und gut verträglich ist.
  6. Die Einnahme von Silicium als Einzelpräparat, z. B. kolloidales Silicium von GeoSilica Repair.

ANMERKUNG:

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass diese Empfehlungen keine Diagnostik oder ärztliche Behandlung ersetzen und auch keine individuellen Gesundheitsaussagen oder Heilversprechen treffen.

Autorin: Marion Bunse, Ernährungs- und Gesundheitscoach, Bloggerin

Bildnachweis: Adobe Stock © Ильсур Маликов

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/haare/kreisrunder-haarausfall

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/artikel/9-mittel-gegen-haarausfall

https://krank.de/krankheiten/autoimmunerkrankungen

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