Seit meinen Darmfortbildungen achte ich arg auf das Hautbild meiner Patienten, um die richtige Diagnose zu finden. Meiner Meinung nach, haben alle Neurodermitis-Patienten Probleme mit dem Darm. Ich habe in meiner Arbeit auch die Erfahrung gemacht, dass alle Patienten mit Hautproblemen, ob Neurodermitis, Schuppenflechte, Pickel, Rötungen oder Akne auch im Stuhltest einen auffälligen Befund hatten!

Immer mehr Menschen erkranken an Neurodermitis, eine entzündliche Hautkrankheit, die meist chronisch verläuft, aber nicht ansteckendend ist. In Fachkreisen spricht man heute von atopischer Dermatitis oder vom atopischen Ekzem (Hautentzündung), da der Name Neurodermitis veraltet ist und nicht wirklich, wie noch im 19. Jahrhundert angenommen, mit einer Nervenkrankheit zusammenhängt.

Neurodermitis ist schulmedizinisch nicht heilbar, aber behandelbar. Zu den sichtbaren Hautveränderungen kommt ein starker Juckreiz, der die Betroffenen sehr belastet. Oft macht sich Neurodermitis in Schüben bemerkbar. Sie hat bei jedem Patienten einen sehr individuellen Verlauf. Schätzungen zufolge leiden 3% der erwachsenen Weltbevölkerung darunter. Spontanheilungen findet man meist nur bei Kindern und Jugendlichen.

Ursachen

Leider sind die Auslöser bis heute noch nicht ganz klar. Wissenschaftler vermuten im komplexen Krankheitsgeschehen und dessen individuellem Verlauf eine Verknüpfung aus immunologischen Veränderungen, Umwelteinflüssen und Erbanlagen.

Begünstigt wird ein Ausbruch unter anderem von Vorerkrankungen und Faktoren wie:

  • Asthma
  • Heuschnupfen
  • Nahrungsmittelallergien
  • ungesunde Ernährung
  • Hausstaubmilben
  • Dysfunktion des Immunsystems und der Darmflora
  • Reaktionen auf Kosmetik / Duftstoffe / Waschmittel
  • Umwelttoxinen
  • psychischem Stress

Symptome und Verlauf

Wenn sich die Haut ständig entzündet. Bei Schuppenflechte-Patienten erneuern sich die Hautschichten zu schnell. Bei den Betroffenen ist die Oberhaut 4-5 mal dicker als bei gesunden Menschen

Typisch sind der häufig vorab auftretende Juckreiz und sehr trockene Haut. Der Juckreiz tritt schon vor den sichtbaren Hautveränderungen auf, weil die Barrierefunktion der Haut gestört ist.

Hauptsymptome bei akuten Schüben:

  • Starker Juckreiz
  • rauhe, gerötete und schuppende Haut
  • nässende Haustellen
  • Krusten- und Schuppenbildung

Häufig betroffene Stellen sind:

  • Kopfhaut
  • Augenlider
  • Gesicht
  • Hals
  • Hände und Füße
  • Armbeugen und Kniekehlen
  • Beine

Zudem begünstigen trockene Luft, Hautreizungen, Schwitzen, Wollkleidung und Stress den Juckreiz. Ein Ekzem verändert sich häufig je nach den gegebenen Umständen. Durch die hervorgerufene defekte Hautbarriere können Bakterien und andere Mikroorganismen über die offenen Hautbereiche ungehindert ins Blut gelangen. Um das zu verhindern, sind spezielle Immunzellen zuständig. Leider entstehen durch diese Immunreaktion neue Entzündungsprozesse, die einen eigenständigen Heilungsprozess der Haut kaum möglich machen.

Im Verlauf bei akuten Schüben sind die Betroffenen daher doppelt belastet: Der schwer erträgliche Juckreiz führt zu Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Oft gesellen sich auch Stimmungsschwankungen und Gereiztheit dazu, die aus dem Verlust der nicht vorhandenen Entspannungsphasen resultieren. Dieser psychische Stress verzögert wiederum die Heilungsphase.

Diagnose

Während meiner Anamnese stelle ich meinen Patienten viele Fragen, auch zur familiären Krankheitsgeschichte. Hauptindizien für eine Neurodermitis sind wiederkehrende Ekzeme und starker Juckreiz. Zusätzlich spielen die genannten Nebensymptome und Vorerkrankungen eine richtungsweisende Rolle.

Meine Tipps zu ganzheitlichen Therapien

Vermeiden Sie Stress und Hektik. Leichter gesagt als getan! Schlafen Sie ausreichend und integrieren Sie in Ihren Alltag feste Ruhepausen. Wie immer hilft ein Aufenthalt oder eine Beschäftigung an der frischen Luft (UV-Licht) und ein Umgang mit lieben Menschen, die Ihnen guttun, um Körper und Geist zu stärken. In Baumwollkleidung oder Seidentextilien fühlt sich Ihre gereizte Haut wohl.

Besprechen Sie mit mir die Möglichkeit zu einem Kuraufenthalt oder einer Klimatherapie.

Probieren Sie verschiedene Entspannungstechniken aus und finden Sie heraus, welche mit Ihrem Leben vereinbar ist.

Empfohlene Entspannungsmethoden:

  • Autogenes Training
  • Tai Chi
  • Yoga
  • Progressive Muskelentspannung

Neben der Vermeidung der persönlichen Auslöser ist die Basis eine spezielle Hautpflege. Die äußerliche Therapie besteht hauptsächlich aus der konsequenten Behandlung der charakteristischen Hauttrockenheit und der Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen.

Tipps zur äußerlichen Anwendung:

  • Medizinische Hautpflege, um die gestörte Hautflora zu unterstützen
  • regelmäßiges Eincremen
  • Kolloidales Silber – bei offenen Hautstellen
  • ozonisiertes Olivenöl zudem (wirkt antimikrobiell)

Natürliche Behandlungen

Heilpflanzen:

In symptomfreien Intervallen und unterstützend zu Beginn eines Schubs, ist eine Komposition von Mittagsblumenextrakt und wertvollen Ölen sinnvoll. Andere wirksame Heilpflanzen sind gelber Enzian und Wegwarte sowie die Extrakte von Zitrone und Quitte.

Mineralien als Arzneimittel zur innerlichen Anwendung wirken antiallergisch und juckreizmindernd, zum Beispiel Calcium Quercus, Kiesel oder Quarz.

Körperentgiftung

  • Ausleitung von Umweltgiften
  • Genussmittelentwöhnung

Tipps zur hilfreichen Ernährung

Neurodermitis tritt häufig in Kombination mit Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen und Asthma bronchiale auf. Daher sollten Sie Lebensmittel, die bei Ihnen ein stark allergisches Potential aufweisen, meiden und mit antioxidativer Ernährung Ihr Immunsystem stärken.  Zur Schadstoffminimierung sollten Sie pestizidfreie Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau zu sich nehmen. Beobachten Sie Ihren Säure-Basen-Haushalt und sorgen Sie für eine gute Flüssigkeitszufuhr.

Empfehlung:

  • Blaubeeren
  • Mandeln
  • Kürbiskerne
  • frische Kräuter
  • Spinat
  • Mangold
  • Brokkoli
  • rohes Sauerkraut

Getränke

  • Ingwertee
  • Brennnesseltee
  • Lapachotee oder Oolong Tee

Eine wissenschaftliche Studie an der japanischen Shiga Universität in Otsu besagt, dass Oolong Tee nachweislich einen positiven Einfluss auf die Regeneration der Haut hat. An dieser Studie nahmen 121 Neurodermitis-Patienten teil. Sie tranken jeden Tag 1 Liter Oolong Tee, der auf drei tägliche Dosen aufgeteilt wurde. Nach einem Monat hatten sich bei 63 % die Symptome deutlich verbessert.

Empfehlung von Nahrungsergänzungsmitteln

Wenn Sie gemeinsam mit mir Ihre Ernährung und therapeutischen Behandlungen umstellen wollen, um Ihre Haut Schritt für Schritt zu verbessern, freue ich mich, Sie in meiner Praxis für ganzheitliche Dermatologie und Allergologie zu begrüßen.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Atopisches_Ekzem

https://neurodermitis.behandeln.de/neurodermitis-symptome.html?gclid=EAIaIQobChMI7rOcsJrx7wIVh4xRCh26bgYZEAAYAyAAEgJl4PD_BwE

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/hauterkrankungen/neurodermitis-uebersicht/neurodermitis

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/gesundheit/allgemein-gesundheit/vitamin-d-verbessert-neurodermitis-141025

https://www.drhauschka.de/en/atopic-dermatitis/

https://www.haut-ratgeber.de/neurodermitis

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