Wie kann man Leaky Gut behandeln?

Leaky Gut zu behandeln heißt, die Symptome zu erkennen und die Auslöser dahinter zu eliminieren. Hierbei kann man nicht auf eine einzige Lösung setzen, sondern muss eine Vielzahl an Methoden betrachten und durchführen. Das Gute daran ist, dass man dadurch nicht nur ein gesünderes, sondern auch aktiveres und glücklicheres Leben führen kann.

Um Leaky Gut effektiv und ganzheitlich zu bekämpfen, muss man die Ernährung, den Lebenswandel und die Supplementierung in Betracht ziehen.

Das System neu starten

Eine erfolgreiche Behandlung von Leaky Gut umfasst immer einen Neustart des Systems. Dies kann durchaus lange dauern, jedoch werden mit jedem Tag die Beschwerden verringert und viele positive Nebeneffekte stellen sich ein. Die erfolgreiche Bekämpfung der Autoimmunkrankheiten und Entzündungsherde im Körper setzen als Basis immer eine ausführliche, ärztliche Diagnose voraus. Hierbei zählen auch Umweltfaktoren wie Toxine oder Stress, da diese den Prozess der Heilung stören können und so den Zeitraum verlängern oder eine Heilung gar unmöglich machen. Die Heilung besteht aus 4 Phasen, die in der Reihenfolge ausgeführt werden sollten.

1. Entfernung und Substitution der Ursachen
2. Herunterfahren der Darmflora
3. Neustart der Darmflora
4. Heilung

Bevor man sich an die Heilung des porösen Darms begibt, gilt es zunächst die Auslöser zu beseitigen. Im Klartext bedeutet das, jegliche Stoffe, welche zu einem Leaky Gut Syndrom geführt haben, aus dem alltäglichen Leben zu verbannen. Gluten, Kuhmilchprodukte, Industriezucker, Eier, Alkohol, Koffein und zu Beginn der Behandlung auch Nachtschattengewächse und Hülsenfrüchte zählen zu den entzündungsfördernden Lebensmitteln und sollten bei der Behandlung gänzlich vom Speiseplan verschwinden. Laut Heilpraktikern empfiehlt sich auch der Beginn einer Heilfastenkur als Initialtherapie. Der Körper ist so komplex und mit Hilfe des Heilfastens lassen sich bereits große Teile der Schadstoffe eliminieren. Aber auch psychische Faktoren sollte man ursächlich angehen. Stress wirkt sich, wie bereits erwähnt, massiv auf die Magen-Darm-Gesundheit aus. So sollte man Stress so weit wie möglich abbauen. Toxine, welchen man täglich ausgesetzt ist, wie beispielsweise dem Rauchen, sollte man meiden. Denn nicht nur Herz und Lunge werden massiv geschädigt, auch dem Darm setzen derartige Gifte zu.

Sind nun die Schadstoffe beseitigt, so geht es an die Darmsanierung. Hierzu wird zunächst die Darmflora komplett heruntergefahren. Selbstverständlich kommt da einem die Frage in den Sinn, warum man die Darmflora zerstört, wenn man diese eigentlich wiederaufbauen und in ein Gleichgewicht bringen möchte. Um es ein wenig verständlicher zu machen, kann man sich ein vermülltes Haus vorstellen. Bevor man hier anfängt zu renovieren, muss man sich erst aller Altlasten entledigen, sprich es wird kernsaniert. Das Selbige geschieht mit dem Darm. In dieser zweiten Phase werden beispielsweise Überbesiedlungen von Pilzen im Darm nach Rücksprache eines Arztes reduziert. Hinzu kommen antibakterielle Ergänzungsmittel, um so die Darmflora zu reduzieren, um in Phase 3 dann die Darmflora von Grund auf wieder aufzubauen.

Der Aufbau der Darmflora ist das A und O, denn ohne eine intakte Flora, ist der Darm nicht in der Lage, die Defekte in der Darmschleimhaut zu reparieren. Es gibt viele Komponenten, welche eine gesunde Flora des Darms fördern. Den meisten ist der Begriff Probiotika bekannt. So gibt es nicht nur Supplemente, sondern auch Joghurts, welche mit probiotischen Lebendkulturen versetzt sind. Jedoch sind Probiotika nicht allzu vielfältig und reichen nicht aus, um eine Dysbiose des Darms zu beheben. Besser sind da fermentierte Lebensmittel. Zu diesen zählen unter anderem Sauerkraut und Kimchi.

Wenn die Darmflora wieder im Gleichgewicht ist, geht es an die Heilung der defekten Darmschleimhaut. Die Darmheilung ist ja das Hauptziel der Behandlung und die vorangegangenen Phasen dienten der Schaffung von guten Grundvoraussetzungen für den Heilungsprozess. Es gibt einige Stoffe und Mineralien, welche die Heilung aktiv unterstützen. L-Glutamin fördert die Regeneration und auch Grünteeextrakt trägt einen effektiven Teil zur Heilung bei.

Der Einsatz von entzündungshemmenden Vitalstoffen ist empfehlenswert. Zudem gibt es Medikamente, welche eine positive Auswirkung auf die Regeneration und Aufrechterhaltung der Darmschleimhaut haben. Metformin beispielshalber ist nicht nur ein Medikament zur Behandlung eines Diabetes mellitus, sondern verbessert auch die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Hier sollte aufgrund der Nebenwirkungen des Medikaments aber unbedingt Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

Wenn der Darm im Gleichgewicht ist, gilt es unbedingt, einen gesünderen Ernährungsstil einzuschlagen und die Ernährung langfristig umzustellen, um somit vielen chronischen Erkrankungen vorzubeugen.

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Allgemeine Hinweise

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass diese Empfehlungen keine Diagnostik oder ärztliche Behandlung ersetzen und auch keine individuellen Gesundheitsaussagen oder Heilversprechen treffen.

Dr. Simon Goddek, Heile deinen Darm. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.leakygut.de/

Dr. med. Andre Sommer, Leaky-Gut-Syndrom und Darmbarriere. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.cara.care/de/erkrankungen/unterbauch/leaky-gut/

Markus Breitenberger, Leaky Gut Syndrom / Durchlässiger Darm: Symptome & Behandlung in München. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.praxis-breitenberger.de/medizinische-beratung/leaky-gut-syndrom/

Dr. Boumediene Kada Benotmane, Das Leaky Gut Syndrom (durchlässiger Darm). Abgerufen am 11. Juni 2020, von https://www.infomedizin.de/krankheiten/leaky-gut-syndrom/

Martin Auerswald, M.Sc., Leaky Gut Syndrom von A bis Z. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://autoimmunportal.de/leaky-gut-syndrom/

IMD Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam GbR, Zonulin – ein Serummarker zur Qualifizierung der Darmpermeabilität. Abgerufen 11. Juni 2020, von https://www.imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/leaky-gut.html

Izabella Wentz, Dr. Marta Nowosadzka (2019), Hashimoto im Griff: Endlich beschwerdefrei mit der richtigen Behandlung. Warum Hashimoto-Symptome mehr sind als ein Hormonmangel und jede Unterfunktion individuell verschieden ist.